|    Home  |    Forum  |    Sitemap  |    Impressum  |    Kontakt  |    F.A.Q.  |    Klinikaktion










Sie befinden sich hier:  Startseite / Artikel / Wie kann ich helfen ?
Was können wir tun?

Was können wir tun ?

Dies fragen uns immer wieder Freunde, Verwandte und Bekannte der Trauernden Eltern.

In den Foren der Schmetterlingseltern haben wir häufig darüber gesprochen, wie sie denn nun aussehen könnte: Die Hilfe, die Eltern brauchen, wenn sie in eine solche Situation geraten.

Hier möchte ich die wichtigsten Punkte zusammenfassen:

Einfach nur da sein!

Für liebe Freunde, Eltern oder Partner scheint es oft sehr schwierig zu sein, mit trauernden Müttern umzugehen. Trauer ist immer unbequem. Deshalb versuchen Menschen oft, Trauernde zu trösten, in dem sie scheinbar „heitere Aussichten“ schaffen.

Sätze, wie „du bist doch noch jung, du kannst andere Kinder haben“, oder „ du bist stark, das schaffst du schon, das geht schon vorbei, oder „sei froh, dass es noch nicht gelebt hat“, sind dabei hoch im Kurs.

Trauernde macht es aber wütend, so getröstet zu werden. Man kann Trauer nicht wegtrösten, nicht wegreden. Meist richten Trostversuche dieser Art nur mehr Schaden an. Denn die Betroffene wird sich dagegen auflehnen mit einem großen, inneren „Ja,aber !“ und sich verletzt zurückziehen.

Verletzt zurecht. Denn schaut man mal genauer hin, was hinter solchen Aussagen steht, dann haben sie alle einen gemeinsamen Nenner: Sie sprechen – wenn auch unabsichtlich – der Betroffenen ihre Trauer ab. Sie alle haben den indirekten Beisatz: „ Es gibt keinen Grund zur Trauer“, oder „die Trauer wird vorbeigehen, Kopf hoch“.

Da dies natürlich nicht so ist, formulieren solche Aussagen eigentlich nur ein unbeschreibliches Unverständnis der Trauer und der Trauernden gegenüber. Eine riesengroße Kluft. Wir haben im Forum schon oft überlegt, ob wir vielleicht ein mal eine Art Highscore-Liste, der blödesten Tröstfloskeln aufstellen sollten. Neben vielen ganz gemeinen Sprüchen stünde dort bestimmt noch: “Das Leben geht weiter“ ganz weit vorne.

Lassen wir das doch einfach.

Trauer ist unbeschreiblich.

Vielleicht ist es die erste unbeschreibliche Situation, in den die Trauernde je gekommen ist. Dieser Zustand ist unfassbar.

Er ist aber gleichzeitig auch so schlimm, so schrecklich, dass man ihn nur zu gerne beschreiben möchte. Mir persönlich ging es lange Zeit so, dass ich immerzu meine Trauer gerne anerkannt haben wollte. Ich befand mich in einer schrecklichen Situation. Und ich fühlte mich in dieser Situation sehr, sehr allein. So wünschte ich mir Mitleidende, die in der Lage wären, das Ausmaß meines Schmerz und der Verzweiflung gänzlich zu erfassen. Nicht, dass das jemand falsch versteht. Ich hatte ein hervorragendes soziales Umfeld. Meine Familie, meine Eltern, meine Schwester , meine Freunde. Ich könnte keine Besseren haben.

Alle haben sich vorbildlich benommen. Und doch hatte ich ständig das Gefühl, ich müsste genau erklären, wie ich mich fühle, weil ich dachte, bei aller Nähe - wie soll ich mich nur begreiflich machen. Ich bin wirklich ein glücklicher Mensch, denn alle haben mir stets zugehört.

Den Schmerz eines anderes erfassen kann nur, wer zuhört.

Also öffnen sie ihre Herzenstüren und hören sie einfach nur zu.

Sagen sie nichts. Fragen sie! Seien sie einfach nur da!

Wochenbett

Mütter Fehl- oder Totgeborener Kinder genießen leider noch immer allzu oft kein Wochenbett. Sie verlassen die Klinik sehr früh, um diesen Ort ihres Schicksals hinter sich zu lassen. In vielen Kliniken weiß auch das Personal nicht recht mit der Trauer umzugehen. Die Folge: man meidet die Patientin, der so manchmal eine angemessene Versorgung entgeht.

Zuhause wartet dann häufig schon Papierkram, Organisatorisches, vielleicht noch andere Kinder, die es zu versorgen gilt. Manchmal kann auch die Trauer selbst eine tiefe innere Unruhe mitbringen.

Mir selbst erging es so. Und ich weiß dies auch von vielen Betroffenen. Oft wird sogar auf eine sonst übliche gynäkologische Nachuntersuchung verzichtet.

Die Ablehnung gegen den eigenen Körper kann groß sein. Wer möchte sich da schon anfassen oder untersuchen lassen.

Angehörige und Freunde sollten den betroffenen Müttern eine Zeit zur körperlichen Genesung ermöglichen. Verwöhnen sie sie ebenso, als hätten sie ein lebendes Kind geboren!

aufgeschrieben von Birgit Zart, www.kinderwunschhilfe.de

  
Infoleiste


Relevante Artikel